Jessica R., Medizinische Fachangestellte im Klinikum Rheine

Einsatz für ein gutes Gefühl

Jessica ist 22 Jahre alt, als sie 2001 in der Stiftung als medizinische Fachangestellte in der chirurgischen Ambulanz im Klinikum Rheine angenommen wird. Mittlerweile ist sie in der Elektiven Vorstellung tätig und begegnet immer wieder neuen Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, Beschwerden und Gemütszuständen. Der Alltag zeigt ihr alle Facetten des menschlichen Lebens. „In der Stiftung bin ich erwachsen geworden – so viele Erlebnisse und Geschichten habe ich schon erlebt“, erzählt sie selbst. Eine Geschichte ist ihr besonders im Gedächtnis geblieben:

„Was ich tun konnte, war da sein.“

„Einmal hatte ich Spätdienst und ein älterer, krebskranker Herr wurde mit starken Schmerzen eingeliefert. Er war nicht unbekannt, sondern wurde noch morgens entlassen, da er seine letzten Stunden zuhause verbringen wollte. Nun war er wieder bei uns mit starken Schmerzen. Wir konnten nichts anderes tun, als ihm Schmerzmittel zu geben, um sein Leiden etwas zu lindern. Aber was ich tun konnte, war da sein. Also saß ich bei ihm, habe ihm Geschichten erzählt und habe seine Hand gehalten. Ich wollte nicht, dass er allein ist. Ich war so lange bei ihm, bis er gestorben ist. Ich durfte in den letzten Stunden seines Lebens ein Teil davon sein.“

Mit Herz und Verstand

Auch wenn dieses Ereignis schwer wiegt und emotional belastet, so weiß Jessica auch diese Erlebnisse zu schätzen, denn sie erinnern sie daran, dass ihr Beruf von der Menschlichkeit lebt: „Ich bin immer mit Herz bei der Sache und ich darf Menschen durch ganz unterschiedliche Emotionen und Situationen begleiten. Zum Leben gehören schöne und traurige Momente – beides mit Menschen teilen zu können, ist nicht nur lehrreich auf medizinischer Ebene. Ich nehme ganz viel für mein eigenes Leben mit und dafür bin ich sehr dankbar.“